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Lamas als Therapie-Tiere

Die kuscheligen Einwanderer aus Lateinamerika sind einfühlsame wie genügsame Therapeuten. Seit 7000 Jahren schätzen die Menschen die Vorzüge des Tieres, jedoch bisher in erster Linie zum Tragen von Lasten und als Lieferant der weichen Wolle.

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Bestnoten als Therapeut

Als Kuscheltherapeut ist das Lama in den letzten Jahren jedoch eine echte Entdeckung: Durch sein ruhiges und freundliches Wesen wirkt das Lama auf die Menschen in seiner Umgebung ausgleichend und entspannend. Es ist dem Menschen sehr zugewandt, es ist aufmerksam, lernfähig und sinnenorientiert. Seine Erscheinung ist von der Anmut der Bewegungen, den großen dunklen Augen und der Weichheit des Felles geprägt, seine Lautäußerungen sind sanftmütig und summend. Angenehm leise geht es auf dicken, mit federnden Schwielen gepolsterten Zehen durch die Welt. Für die Begegnung mit traumatisierten Menschen eignet es sich zudem besonders gut durch sein ausgeprägtes Nähe-und-Distanz-Empfinden, denn Lamas haben die angenehme Gabe, sich der Stimmung und Situation eines bestimmten Menschen (fast rücksichtsvoll) anzupassen.

Kollege Fell unterstützt Kollege Flosse

Fachtherapeuten vergleichen den therapeutischen Wert der höckerlosen Kamele aus Südamerika bereits mit dem von Delfinen, wobei das Lama möglicherweise geeigneter ist durch seine Jahrtausende währende Erfahrung im Zusammenleben mit dem Menschen als Haustier. Es kann einige Stunden am Tag in der tiergestützten Therapie eingesetzt werden, ohne dass es sich gestresst fühlt. Hinsichtlich der therapeutischen Möglichkeiten ist das Lama als vierbeiniges Landtier mit Fell auf jeden Fall eine gute Ergänzung zu den Delfinkollegen im Wasser.

Das berühmte Spucken

Das Spucken ist für Lamas eine Ausdrucksform der Rangordnung innerhalb der Herde. Es ist äußerst selten, dass die Tiere gezielt nach Menschen spucken.

Welche Lamas eignen sich als Therapietier?

Der Umgang mit den Tieren ist relativ einfach, vorausgesetzt sie sind bei einem Züchter artgerecht aufgezogen und speziell für ihre Aufgabe ausgesucht und ausgebildet worden. Wichtig ist, dass im ersten Lebensjahr, in der sogenannten Prägephase, kein Erziehungsfehler gemacht wird. Überwiegend kommen Wallache in der Therapie zum Einsatz. Weniger geeignet sind Mischungen mit den Wildformen der sogenannten Neuweltkameliden, den Vikunjas und Guanakos.

Haltung – asketisch, anpassungsfähig, sozial

Lamas sind äußerst kostengünstig und einfach zu halten. Sie fressen ca. 2,5 kg Trockenmasse Gras am Tag und brauchen kaum Zusatzfuttermittel. Lamas sind sehr soziale Tiere. Daher sollte man nie ein Tier alleine halten. Außerdem sind Lamas robuste, anpassungsfähige Naturen, sie können in vielen Klimazonen leben und fühlen sich auf bayerischen Wiesen mit Alpenblick so wohl wie in den heimatlichen Anden.

 

Annäherung an das Wesen des Lamas
von Susanne Weber, Vorsitzende M.U.T.

„Kommt man bei einem Spaziergang über das Gelände von Hohenfried an die Koppel, die von der kleinen Lamaherde (7 Tiere) genutzt wird, so kann schon von der Ferne gesehen werden, dass die eigene Ankunft für die Tiere keine Überraschung darstellt. Längst ist man geortet, oft lange, bevor man die Tiere selbst gesehen hat. Die Herde hat einen Aufpasser, dieser kommt dem Besucher entgegen. Man wird förmlich mit den Ohren abgetastet und mit den großen dunklen Augen in Augenschein genommen. Ist die Stimmung entspannt und ruhig und steht das Weiden nicht oben an, kommen die Tiere neugierig auf den Besucher zu. Die Kontaktaufnahme kann sehr unterschiedlich sein, von Beschnuppern, respektvoll betrachten und ein Stück des Weges innerhalb der Koppel mit gehen oder schmusen, wie es unser Lama Balsa - kaum in Hohenfried angekommen - mit dem Jungen Philipp getan hat.“

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